BreitenPROM - Breitenbrunn-Promenade

Masterplan Seebad Breitenbrunn: BreitenPROM ergiebt sich aus der Idee einer "Brighton-Promenade" als Stich vom Land ins Wasser und ordnender Träger sämtlicher Infrastruktur.

 

Projekttitel: BrightonPROM -  Breitenbrunn Promenade

Bauherrin: Esterházy Betriebe GmbH

Wettbewerb: 2016

Konzept & Planung: Design Team: Andreas Mayer, Michael Stoiser, Assistenz: Susanne Radlingmayer, Landschaftsarchitektur: Astrid Feuchter

 

aus dem Juryprotokoll: "Zentrales Motiv dieses Beitrages ist eine ca. 1 km lange Promenade „Breiten‐Prom“, die eine enorme Bandbreite anFreizeit, Erholungs‐ und Sportnutzungen beinhaltet und vom Parkplatz ‐ die Landzunge überragend ‐ bis in den Seereicht. Durch die Zusammenlegung von öffentlichen Hafen und Yachthafen zu einer Marina, wird das ehemaligeYachtclubareal zur Veranstaltungsfläche mit Gastronomiebereich und angeschüttetem Strand. Der Bootsabstellplatzwird als Glamping‐Bereich umgestaltet; der Campingbereich wird ausgebaut."

 

Die Promenade: Das Konzept zur Neustrukturierung des Geländes stellt eine ca.1000m lange Promenade als zentrales Motiv und erlebbares Element vor. An dieser neuen ordnenden Achse liegen alle wesentlichen Funktionen. Die sich barrierefrei entwickelnde Rampe der Promenade ermöglicht es alle baulichen Funktionen unterhalb der Promenade zugeordnet den Nutzungen zu koppeln (max. Höhe des Gebäudes 5m lt. "Bauen im UENESCO-Weltkulturerbe"), während die promenierenden BesucherInnen durch den Höhenanstieg eine Überblick über die gesamte Anlage und die Landschaft erhalten, den neuen Ausblick genießen und sich orientieren können.

Das Motiv der achsialen Pier-Promenade mit infrastrukturellen Funktionen wie Restaurant etc. steht in traditioneller Anlehnung an historische Seebäder (Brighton, Ostende etc.) und versteht sich als zentrales Element. Es bietet auch im Vergleich mit internationalen Seebädern neue Möglichkeiten des Marketings und der Bewerbung.

Annäherung und Aufenthalt sind szenografisch inszenierte Abläufe der Erlebnisse der BesucherInnen nach Nutzergruppen und Alter, um auf diese Weise bestmöglich die Qualität zu verbessern und Nutzungskonflikte zu vermeiden.

Nach der linearen Anfahrt von Breitenbrunn durch den Schilfgürtel kommen die BesucherInnnen am Beginn der Promenade an (Ankunftsmotiv), welche in weiterer Folge als strukturelles Rückgrat an den See führt. Durch die Umlenkung des PKW-Verkehrs in die Anfahrtsspur des Parkplatzes findet eine Geschwindigkeitsreduktion statt. Die attraktive Promenade entlang des Kanals begleitet den weiteren Anfahrtsweg bis zum Wendekreis mit Brunnenbecken (2. Ankunftsmotiv), wo sich die  Anmeldung in bzw. unter der nunmehr oberhalb der Gebäudestruktur befindlichen Promenade befindet. Der Blick führt entlang der Promenadenstruktur, dem "Pool" und der offenen Liegewiese bis zum See. Der Verkehrsfluss trennt sich nach "Anmelden", "Parken" (bereits erledigt oder nun auf der "Retourspur"), Stellplätze für Campingmobile (entlang der begrünten Grenze der Mobilheime im Osten), und Zufahrt zum "Surferareal" (ehem. Marinagelände). Fahrradfahrer fahren bereits an / entlang der Promenade und finden dort und entlang der Liegewiese ausreichend Abstellplätze.

Durch die Lage der Promenade entlang des Parkplatzes verkürzen sich die empfundenen Wegstrecken der Annäherung. 5 - 25m vom Parkplatz auf die Promenade, dann promenieren entlang des Kanals mit Booten und Schilfland als Kulisse, entlang oder über die "Gebäude" bis zum See. Die Orientierung ist ebenso einfach wie die Organisation. Die Konzentration der v.a. baulichen Funktionen in / an der Promenade ermöglicht eine Maximierung der Synergien und eine effiziente Bewirtschaftung. Ein phasenweiser Ausbau und eine systemkompatible Verdichtung bzw. Erweiterbarkeit sind dabei einfach möglich.

Die neue Struktur teilt die Hauptfunktionen in "Boote" und "Besucher". Der Bereich zwischen Promenade und Liegewiese wird mittels funktional und themenmäßig zugewiesener Stege klassisch (s. Badeanlagen Zürich, Luzern etc.) in einzelne Schwimmbereiche unterteilt, sämtlichen "Spaßelemente" (Rutschen, Sprungturm in Extrabecken ("Sprung in den Neusiedlersee"), Beach- und Wasserball, etc.) sind an / auf der Achse konzentriert, Liegewiese und Gelände bleiben möglichst frei von Ein- und Aufbauten. Dabei wird der Badebereich thematisiert, vergrößert und zweiseitig gefasst, wobei am Schimmdeck (am Ende der Promenade) auch das Schwimmen im See nutzungskonfliktfrei möglich ist.

Die ehemalige Marina wird (durch die Zusammenlegung der beiden Häfen im ehemaligen Gemeindehafen zu einer neuen Marina mit ca.680 Booten im westlichen "Flügelareal" der Promenade (Marinagebäude), zuzgl. ca. 170 Kanal- und ca. 75 Einfahrtshalte-plätzen) aufgelassen. Das durch Wellenbrecher geschützte Becken zum Seestrand wird "rückgeführt"

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Das ehemalige Bauland der Kabanen wird als Sport- und Veranstaltungsfläche rückgewidmet, und gemeinsam mit den Abbruchflächen der ehemaligen Bewirtschaftungsgebäuden im Flächenwidmungsplan rückgetauscht. Die optimal für Veranstaltungen nutzbare Freifläche kann einfachst vom Surferparkplatz bespielt werden, eine Zutrittsregelung erfolgt einfach an der Zufahrt, das ehemalige Marinagebäude stellt die mobil erweiterbare Basisinfrastruktur, der Strand und der See bilden eine optimale Atmosphäre für Festivals u.ä., v.a. außerhalb der Hauptsaison. Dabei wird nicht nur ein neues Zielpublikum angesprochen, es dient auch der Kundenbindung durch alle Generationen, als Saisonverlängerung und als Marketinginstrument. Bei Großveranstaltungen (außerhalb der Saison) werden die Liegewiese als Camp- und Veranstaltungsareal dazu genommen. Die Promenade funktioniert dabei unabhängig als infrastrukturelles Rückgrat und szenografisches Motiv.

Die Übernachtungsbereiche werden neu strukturiert und wesentlich erweitert. Der Bereich des bisherigen Campingplatzes wird am vorhandenen Areal an der Liegewiese erweitert, von dieser direkt erschlossen, dort mit notwendiger Infrastruktur (WC, Duschen, Abwaschplatz etc.) ausgestattet und mit einem Grüngürtel umfriedet. Auf der Liegewiese finden sich davor Grillplätze und Picknickdecks, Fahrradabstellplätze etc.

Der Bereich der bisherigen Wohnheime wird strukturell verbessert, die Wege finden Aussichtspunkte auf die Schilflandschaft und den Kanal, welcher mit Landestegen zum "Lastenkanal" wird, mit welchem alle angeschlossenen Bereiche gepäckstechnisch organisiert werden können und eine alternative "Erlebnisankunft" ermöglicht wird. (Die östlichen Kanäle werden im Bereich des ehemaligen Campingparkplatzes (jetzt Reservefläche) als Lückenschluss verbunden, damit ein "Lastenkanal" als besonderes Service geschaffen, welcher bereits im Einfahrtsbereich des BesucherInnenparkplatzes bedient werden kann.)

Der Bereich des ehemaligen Bootslagers wird mittels Luxuswohnheimpfahlbauten (ca. 90 Stk. x 2,8x7m Pfahlbauten und 30 Stk. ebenerdig barrierefrei) neu strukturiert. Die Parkplätze dazu befinden sich unter den Wohnboxen, private Grüngärten und Dachterrassen erhöhen die Aufenthaltsqualität, die Nähe zur Promenade begünstigt die Lage.

Kurzaufenthalte mit Campingmobilen finden im östlichen Bereich des Parkplatzes (entlang der begrünten Wohnheimgrenze) ihren Aufstellungsbereich mit ebenfalls direktem Blick auf und Anbindung an die Promenade.

Neu zugeordnete Boote werden wie "Airbnb" zentral an der Anmeldung vergeben. Apartments (Suiten) im Bereich Restaurant (unter der Promenade) ergänzen das Übernachtungsangebot.

Nicht mehr benötigte Restflächen (z.B. im ehem. Gemeindehafen) werden renaturiert, die aktuell verstreuten Bauflächen am Parkplatz und im Strandbereich an der Promenade neu konzentriert und rückgetauscht, um die Umweltverträglichkeit zu optimieren.

Die klaren Maßnahmen des Projekts, welche die Besonderheit der Landschaft und des Areals hervorheben und zu einem einzigartigen Erlebnis werden lassen, verheißen dem Strandbad Breitenbrunn - BREITENPROM - einen Platz an der internationalen Spitze touristischer Anlagen.